Aber von Anfang an: „Mit Rotkäppchen auf dem Weg“ war der Titel des Theaterprojekts, bei dem die VKL sich wie das kleine Mädchen mit der roten Mütze auf den Weg machte. Begleitet wurde die Klasse von dem Schauspieler und Theaterpädagogen Lukas Kientzler, der die Schülerinnen und Schüler in die Welt des Theaters einführte.
Dazu gab es verschiedene Übungen wie zum Beispiel sich wie ein Tier bewegen, pantomimisch einen Beruf zeigen (und die Klasse musste ihn erraten), ein Gefühl wie Freude, Angst oder Stolz darstellen, eine Alltagsszene mit einem Konflikt vorspielen, ein Standbild zu einer Rotkäppchen-Szene bauen und vieles mehr. Nach insgesamt sieben Treffen war es aber schon soweit: Aufführung des Märchens!
Das Publikum wartete gespannt und sah als Erstes Mutter und Vater entspannt in ihren Zeitschriften lesen, als die Großmutter anrief und mit heiserer Stimme mitteilte, dass sie krank sei. Sie bestellte etwas zu essen und ein Bier, was die Mutter erstaunt zur Kenntnis nahm, aber natürlich nicht mitschickte. Für die Lieferung muss Rotkäppchen sein Kartenspiel unterbrechen und mit dem Korb losziehen.
Die Geschwister halfen, ihn mit einem Donut, einem Muffin, einem Joghurt und einem Brot zu füllen. Rotkäppchen war mutig – das musste es auch sein, denn es würde es mit vier verschiedenen Wölfen zu tun bekommen.
Trotz der Warnung der Eltern sprach das Mädchen im Wald mit dem Wolf Nummer eins, der sogleich zu Großmutters Haus eilte. Die Großmutter wunderte sich zwar, warum ein "Schwarzkäppchen" vor ihr stand (der Wolf Nummer zwei hatte gar nichts Rotes an sich), aber sie empfing es freundlich. Leider, denn sie wurde vom Wolf gefressen, Rotkäppchen kurz darauf von Wolf Nummer drei. Zum Glück war der starke Holzfäller in der Nähe und befreite Rotkäppchen und die Großmutter – jetzt aus Wolf Nummer vier. Danach feierten alle ein Fest - auch die Eltern, die noch ins VKL-Café zu Saft und Lebkuchen eingeladen waren.
Die Aufführung war sehr besonders, es lag eine tolle Anspannung in der Luft. Was die Schülerinnen und Schüler leisteten, war sehr beeindruckend, denn alle waren auf der Bühne, egal, ob seit zwei Jahren oder erst seit knapp drei Wochen in Deutschland. Sie fanden als Gruppe zusammen und stellten sich der Herausforderung, in einer ihnen noch nicht so vertrauten Sprache eine kleine Theatervorstellung zu geben.
Ein großes Dankeschön ging an Lukas Kientzler, der das möglich gemacht hat und die Gruppe mit seinen Ideen und seiner Geduld von Oktober bis Dezember begleitete. Unterstützt wurde das Projekt vom Regionalen Bildungsbüro im Landratsamt Ravensburg und von der Bürgerstiftung Wangen – auch dafür bedankt sich Märchenzeit!
